Über die eigentliche Entstehung unseres Ortes sind leider keine authentischen Quellen vorhanden. Es gibt vier Publikationen, aus denen man die Ortsgeschichte ableiten kann. Außer den mittelalterlichen Bodenfunden, die bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen, gibt es auch keine fundierten Anhaltspunkte, die eine frühere besiedlungsgeschichtliche Datierung zulassen. Vor einiger Zeit ist es mit Hilfe der Sprachwissenschafter gelungen, Siedlungsnamen mit den Endungen -ing bzw. -wang der Zeit vor 1100 zuzuordnen. Für uns besonders interessant sind dabei die Fluß- bzw. Gewässernamen. Es wurde nämlich festgestellt, daß Namen mit der Endung-aha bereits bis in die Karolingische Zeit zurückreichen. "aha"bedeutet "fließendes Wasser". Grünbach, das nicht nur den Namen "Grunebach", sondern auch Gumplaha" trug (gumpilaha - springende Ache), dürfte also älter als bisher angenommen sein. Unumstritten ist, daß schon im 12. Jahrhundert eine kleine Ansiedlung, verstreute Einzelhöfe und ein jestes Haus" bestanden, in dem "Altmann de Grunebach" lebte, der mit Durinede Brozzat und Phertoef de Rothengrob Zeuge der zu Friesach in Kämten am 10. Jänner 1140 von Erzbischof Konrad 1. von Salzburg vollzogenen Bestätigung der Gründung des Chorherrenstiftes Seckau durch Adelram von Waldeck war. (erste urkundliche Erwähnung).
In diesem Jahrhundert war das Grünbachtal ebenso wie das Traisen- und das Pittental im Besitze von Geschlechtern in gleicher Gemenglage wie im bayrischen Altland. Hier besonders das Geschlecht der Chadolde, welche als Teilhaber der Nürnbergischen Lehenschaften zu Höflein, Schrattenstein, Grünbach (Gumpla) und Stolzenwörth nachgewiesen werden können. - Die Burg (heute: Ruine) Schrattenstein, welche in der Nachbargemeinde Schrattenbach liegt und um 1100 erbaut wurde, muß man ebenfalls für unsere Besiedlungsgeschichte in Betracht ziehen, da sich naturgemäß um solch eine "Veste" Menschen in der näheren und weiteren Umgebung ansiedelten. Es waren freie Bauern und Hörige, die durch ihre Abgaben (Pachtzins-Zehent) und Frondienst für das Wohl ihres Grundherrn zu sorgen hatten.
Siedlungsgeschichtlich interessant sind auch die vor einigen Jahren durchgeführten Ausgrabungen am Hausstein (westliche Gemeindegrenze Grünbachs), wo eine kleine Ansiedlung lokalisiert werden konnte. Die dabei gefundene Keramik stammt aus dem 11. bis 12. Jahrhundert. Ob es sich bei den vorgefundenen Gebäuderesten um ein "Festes Haus" gehandelt hat, das dem Hausstein seinen Namen gab, oder sich am Fels selbst eine Burg befunden hat, und die Gebäudereste zu einem Meierhof gehörten, ist noch nicht geklärt. Die Bezeichnung "Hausstein" bezieht sich jedoch mit Sicherheit auf ein Festes Haus", d. h., auf einen ritterlichen Sitz. |