Willkommen in Grünbach
 
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Historisches - Die Entstehung des Ortes
 
In den verschiedensten Quellen wird immer wieder auf die vermeintliche Entstehung unseres Ortsnamens Grünbach hingewiesen (Grunebach, Gumplaha, Gruenplaich usw.). Eine wissenschaftliche, historisch fundierte Deutung der Entstehung des Namens unseres Ortes wird erstmalig im Historischen Ortsnamenbuch von Niederösterreich" (Verf.H. Weigl) gegeben. Interessant ist, daß der Verfasser den Nachweis erbringen konnte, wonach der Ortsname "Grünbach" entwicklungsgeschichtlich zwei Sprachformen -
 
zum einen Grunebach
und zum anderen Gumplaha
durch die Jahrhunderte hindurch nebeneinander gebräuchlich aufweist.
 
1.Sprachformreihe
 
2.Sprachformreihe
 
1140 Grunebach
1377 Gruempach
1787 Grünbach (Josephinische Fassung)
1170 Gumplaha
1256 de Gumpla
1352 Gumpla
1387 Gumplach, pharrer zu ....
1468 Gruenplaich
1663 Gienplach
1751 Gienplach (Theresianische Fassung)
Bekannt sind auch Gehöftnamen: 
1387 Im Tal
1591 Im Tal  Talbauer
 
1387 Am Vorhech
1591 Forha  Voraubauer
 
1387 Auf dem Glend
16 Jhdt Khlendt  Geländ
1387 Chogler  Koglbauer
 
Höflein:
1387 In der Chlaus
1564 In der Clausen Klaus
 
15.Jhdt Haslach  Haslhof (-Bauer) 
1587 Khag  Höf im Ghar?

Über die eigentliche Entstehung unseres Ortes sind leider keine authentischen Quellen vorhanden.

Es gibt vier Publikationen, aus denen man die Ortsgeschichte ableiten kann. Außer den mittelalterlichen Bodenfunden, die bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen, gibt es auch keine fundierten Anhaltspunkte, die eine frühere besiedlungsgeschichtliche Datierung zulassen. Vor einiger Zeit ist es mit Hilfe der Sprachwissenschafter gelungen, Siedlungsnamen mit den Endungen -ing bzw. -wang der Zeit vor 1100 zuzuordnen. Für uns besonders interessant sind dabei die Fluß- bzw. Gewässernamen.

Es wurde nämlich festgestellt, daß Namen mit der Endung-aha bereits bis in die Karolingische Zeit zurückreichen.

"aha"bedeutet "fließendes Wasser".
Grünbach, das nicht nur den Namen "Grunebach", sondern auch Gumplaha" trug (gumpilaha - springende Ache), dürfte also älter als bisher angenommen sein. Unumstritten ist, daß schon im 12. Jahrhundert eine kleine Ansiedlung, verstreute Einzelhöfe und ein jestes Haus" bestanden, in dem "Altmann de Grunebach" lebte, der mit Durinede Brozzat und Phertoef de Rothengrob Zeuge der zu Friesach in Kämten am 10. Jänner 1140 von Erzbischof Konrad 1. von Salzburg vollzogenen Bestätigung der Gründung des Chorherrenstiftes Seckau durch Adelram von Waldeck war. (erste urkundliche Erwähnung).

In diesem Jahrhundert war das Grünbachtal ebenso wie das Traisen- und das Pittental im Besitze von Geschlechtern in gleicher Gemenglage wie im bayrischen Altland.
Hier besonders das Geschlecht der Chadolde, welche als Teilhaber der Nürnbergischen Lehenschaften zu Höflein, Schrattenstein, Grünbach (Gumpla) und Stolzenwörth nachgewiesen werden können. - Die Burg (heute: Ruine) Schrattenstein, welche in der Nachbargemeinde Schrattenbach liegt und um 1100 erbaut wurde, muß man ebenfalls für unsere Besiedlungsgeschichte in Betracht ziehen, da sich naturgemäß um solch eine "Veste" Menschen in der näheren und weiteren Umgebung ansiedelten.
Es waren freie Bauern und Hörige, die durch ihre Abgaben (Pachtzins-Zehent) und Frondienst für das Wohl ihres Grundherrn zu sorgen hatten.

Siedlungsgeschichtlich interessant sind auch die vor einigen Jahren durchgeführten Ausgrabungen am Hausstein (westliche Gemeindegrenze Grünbachs), wo eine kleine Ansiedlung lokalisiert werden konnte. Die dabei gefundene Keramik stammt aus dem 11. bis 12. Jahrhundert. Ob es sich bei den vorgefundenen Gebäuderesten um ein "Festes Haus" gehandelt hat, das dem Hausstein seinen Namen gab, oder sich am Fels selbst eine Burg befunden hat, und die Gebäudereste zu einem Meierhof gehörten, ist noch nicht geklärt. Die Bezeichnung "Hausstein" bezieht sich jedoch mit Sicherheit auf ein Festes Haus", d. h., auf einen ritterlichen Sitz.